Was es zu sein scheint
Eine geografische Anweisung.
Jemand fordert dich auf, dorthin zu gehen.
Was es wirklich ist
Ein Ausdruck, der in den meisten Fällen keinerlei Ortswechsel vorsieht.
Ma va là! ist einer der vielen Beweise dafür, dass Wörter im Italienischen weiter etwas bedeuten können, nachdem sie aufgehört haben, das zu bedeuten, was sie wörtlich sagen.
Es kann Ungläubigkeit ausdrücken. Ein Kompliment abwehren. Eine Sorge relativieren. Einer Aussage widersprechen. Oder jemanden einfach abwimmeln.
Interessant ist: Die Wörter bleiben immer dieselben.
Was sich ändert, sind Tonfall, Gesichtsausdruck, die Länge des letzten a und – wie so oft in Italien – die Hände.
Ein lächelnd ausgesprochenes ma va là! kann fast liebevoll sein.
Ein ma va là… mit amüsiertem Blick bedeutet ungefähr: Übertreib nicht.
Ein trockenes MA VA LÀ!, begleitet von einem Arm, der auf ein unbestimmtes Ziel jenseits des Horizonts zeigt, bedeutet dagegen, dass die geografische Komponente des Ausdrucks plötzlich wieder wichtig wird.
Beispiele
— Ho corso dieci chilometri stamattina.
— Ma va là!
— Stai benissimo con quella giacca.
— Ma va là…
— Secondo te si è offeso?
— Ma va là.
— Gli italiani mangiano la pasta tutti i giorni.
— Ma va là!
— Fidati, so esattamente quello che sto facendo.
— Sì, ma va là.
Die Regel
Wenn ein Italiener ma va là zu dir sagt, geh nicht sofort irgendwohin.
Schau ihm zuerst ins Gesicht.
