Was es zu sein scheint
Eine Frage zur Klimaanlage.
Was es wirklich ist
Italienische Sommer werden immer heißer. Und doch beginnt jedes Mal eine Diskussion, sobald jemand nach der Fernbedienung der Klimaanlage greift.
Die einen schwitzen schon im Mai, die anderen halten bis Juli durch. Manche wollen zweiundzwanzig Grad, andere behaupten, siebenundzwanzig seien völlig ausreichend. Die einen richten sie zur Decke, andere stellen die Lamellen nach unten, wieder andere öffnen ein Fenster, „um die Luft auszutauschen“.
Eine Klimaanlage kühlt nicht nur einen Raum. Sie zwingt alle, einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen, persönlichen Überzeugungen und einer Frage zu finden, die niemand ein für alle Mal beantworten kann: Welche Temperatur ist die richtige?
In Italien gibt es darauf keine Antwort. Es gibt eine Diskussion.
Szene
— Accendo l'aria?
— Aspetta un attimo.
— Io sto morendo di caldo.
— Sì, ma non metterla troppo bassa.
— Facciamo ventisei?
— Venticinque.
— Venticinque e mezzo.
Der Schlüssel zum Verständnis
Für Italiener ist es schwieriger, die perfekte Temperatur zu finden, als die Hitze auszuhalten.
