Was es zu sein scheint
Ein Ausdruck, den Italiener angeblich ständig sagen – am besten gestikulierend beim Pastakochen.
Etwas, das vor allem in amerikanischen Italienfilmen, bei schnauzbärtigen Klempnern und in schwedischen Musicals zu existieren scheint.
Und ausnahmsweise stimmt das Klischee.
Was es wirklich ist
Italiener sagen tatsächlich „Mamma mia!“. Und zwar ziemlich oft.
Das Problem ist nur: Was bedeutet es gerade?
Es kann Begeisterung, Ekel, Angst, Genervtheit, Unglauben oder blanke Verzweiflung bedeuten.
Technisch sind es zwei Wörter. Praktisch ein komplettes emotionales Betriebssystem.
Die Übersetzung hilft nur begrenzt. Entscheidend ist die Intonation.
Die Szene
Etwas passiert. Was, ist egal.
Es kann wunderschön, schrecklich, sündhaft teuer, peinlich oder einfach sehr italienisch sein.
Der Italiener schaut hin, wägt ab und entscheidet sich für: „Mamma mia.“
Funktioniert immer.
Lesart
ABBA haben Mamma Mia! nicht erfunden. Super Mario auch nicht.
Sie haben nur verstanden, was Italiener längst wussten:
Mit der richtigen Intonation reichen zwei Wörter, um fast alles zu kommentieren.
Diesmal dürft ihr Ausländer es also ruhig weiter sagen. Wir sagen es wirklich auch.
