Was es zu sein scheint
Eine kulinarische Feststellung.
Da ist Rauch. Sehr viel Rauch. Also muss vernünftigerweise irgendwo etwas braten.
Ein Steak. Eine Wurst. Ein Hähnchen. Irgendetwas.
Und stattdessen: nichts.
Was es bedeutet
Viel Schein, wenig Substanz.
Das sagt man über eine Person, ein Projekt, ein Produkt, eine Rede oder ein Versprechen, das sich viel besser verkauft, als es später halten kann.
Eine spektakuläre Präsentation für eine völlig banale Idee? Tutto fumo e niente arrosto. Jemand redet eine halbe Stunde und hat am Ende nichts gesagt? Tutto fumo e niente arrosto.
Der Fuffaguru
Dann kam das Internet. Und Italien, das den perfekten Ausdruck schon besaß, produzierte auch die perfekte Figur dazu: den fuffaguru.
Der Fuffaguru hat nicht einfach eine Methode. Er hat DIE METHODE. Er hat keine Kunden: Er hat eine Community. Er gibt keine Ratschläge: Er teilt Mindset. Er verkauft keinen Kurs: Er bietet dir einen Weg. Er verdient nicht: Er skaliert.
Und natürlich kennt er ein Geheimnis, das dir niemand verraten will. Meist kostet es 997 Euro.
Der Schlüssel zum Verständnis
Das Schöne an tutto fumo e niente arrosto ist, dass der Rauch nicht nutzlos ist. Er soll uns glauben lassen, dass es den Braten gibt.
Und genau das unterscheidet einfache Mittelmäßigkeit von fuffa: Etwas Mittelmäßiges kann dich enttäuschen. Fuffa muss dich zuerst davon überzeugen, dass dahinter etwas Außergewöhnliches steckt.
Wenn ein Italiener sagt: „Mah… secondo me è tutto fumo e niente arrosto“, meint er wahrscheinlich, dass mehr Energie darauf verwendet wurde, etwas außergewöhnlich erscheinen zu lassen, als es tatsächlich außergewöhnlich zu machen.
Nur: So gesagt dauert es viel zu lange. Und inzwischen könnte der Fuffaguru schon die Anmeldung für die nächste Masterclass geöffnet haben.
